Zwergenwuchs bei Equiden - eine Erbkrankheit

Thumbelina, kleinstes Pferd der Welt
Thumbelina, kleinstes Pferd der Welt

Der Begriff "Zwerg" wird im allgemeinen Sprachgebrauch unter Pferdefreunden und im Vergleich zum Fachjargon unter Züchtern komplett anders genutzt und auch emotional bewertet.

 

Hier muss man zuerst einmal klar stellen, dass im Allgemeingebrauch jede gesund kleinwüchsige Rasse gemeint sein kann. Das heißt jeder von uns nutzt den Begriff Zwerg für ein schlicht und einfach kleines Pony, ein Zwerg eben, im Vergleich zum großen Pferd. Das ist natürlich auf den ersten Blick nichts negatives und man denkt sich nichts böses dabei. Dieses kleine Pony, dieser Zwerg, gehört allerdings einer Rasse an, sprich in dieser Hinsicht lässt sich das kleine Pony genauer definieren. Zum Beispiel als: Amerikanisches/Belgisches/Holländisches Minaturpferd, Falabella, Mini-Appaloosa, Mini-Shetland und wie die kleinen Rassen eben alle heißen.

 

Somit ist schon einmal die eine Seite der Zwergenbetitelung erklärt.

 

Die andere Seite gehört nun dem Fachjargon der Züchter und auch gleichzeitig der eigentlichen wissenschaftlichen Betitelung. Im Züchterkreis spricht man von Zwergen, wenn bei den kleinwüchsigen Rassen krankhafter Zwergenwuchs vorliegt. Dies bedeutet mehreres: Deformierungen im Skelett, vor allem in den Beinen und im Rückrat und des Kopfes und des Gebisses. Hier gibt es vielfältige Variationen. Diese krankhaften Veränderungen sind inzwischen zum Teil auf genetische Mutationen zurück zu führen, die entsprechend auch getestet werden können. 

 

Sie sehen also, es gibt wie immer zwei Seiten der Medaille. Falls Sie sich ein kleines Pony zulegen wollen fragen Sie also bitte nicht beim Züchter nach einem Zwerg sondern betiteln Sie das Pony am besten gleich mit der richtigen Rasseformulierung. Wobei Sie sich einen Zwerg auch kaufen können, aber wie gesagt, es ist eigentlich etwas anderes, aber das wissen Sie nun.

 

Diese Internetseite ist also dem krankhaften Zwergen(wuchs) gewidmet, zur Aufklärung darüber, zur weiteren Erforschung betreffend der noch nicht entdeckten krankheitsverursachenden Gene und zuletzt auch dafür die Pony/-PferdeWelt ein kleines Stückchen besser in Hinsicht deren Lebensqualität zu machen und die Zucht hinsichtlich diesem Themas zu sensibilisieren. Diese Erkrankung ist in jeglicher Hinsicht eine Einschränkung der Lebensqualität des Tieres und sollte züchterisch ausgeschlossen werden, denn Zucht dient der Verbesserung.

 

Sie werden zudem auf den Seiten auch sehen, dass nicht nur kleine Ponys dieses krankhafte Gen besitzen können sondern auch Großpferde (Friesen) und andere Tierrassen (Rinder, Hunde, etc.). Tote Fohlenbilder gehören zu diesem Thema leider dazu, da die meisten dieser Tiere zu früh (nicht lebensfähig) als Totgeburt zur Welt kommen oder übertragen als Schwerstgeburt mit Gefährdung der Mutterstute. Ich werde Sie in dieser Hinsicht auch nicht verschonen. Nur wenige dieser zwergenwüchsigen Equiden führen ein glückliches Leben.

 

Alle Informationen auf dieser Seite sind Übersetzungen von mir direkt aus der Doktorarbeit von Dr. John Eberth oder von Liz C./Threnody Works. Dr. John Eberth züchtet selbst Miniaturpferde und forscht seit Jahren an der Thematik und hat im Jahr 2013 endlich vier Mutationen, welche Zwergenwuchs verursachen, entdeckt. Diese können getestet werden. Hierzu mehr unter Gentests und Forschung. Seit Februar 2016 ist es nun möglich auf zwei Mutationen zu testen, welche zu Skelettatavismus führen. Diese Form ist vor allem im Europäischen Shetland und seinen Kreuzungen verbreitet. Auch hierzu mehr unter Gentests. Ebenso ist es seit 2014 möglich den Friesenzwergenwuchs zu testen.

Die Bilder und Skizzen wurden mir freundlicherweise von Liz C./Threnody works (aus dem Horse Forum, http://virtualpwnies.blogspot.com/) zur Verfügung gestellt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Marleen Binder