Skelettatavismus-Zwerg "Daisy"

geb. 11.05.2006, gestorben im Sommer 2006

 

Manchmal ist es einfach Worte zu finden, manchmal weiß man nicht womit man anfangen soll.

 

Dies ist Daisy, mein Zwergenfohlen. Passend zu meiner Homepage suchte ich die ganze Zeit nach jemanden, der Bilder und eine Geschichte über seinen Zwerg erzählen möchte. Ich habe natürlich keinen gefunden. ;( Natürlich weiß ich, dass ich einen Zwerg hatte…allerdings hatte ich bis gerade eben nicht gewusst, dass ich so viele Bilder von ihr habe. Deshalb fasse ich jetzt die Gelegenheit am Schopf und berichte über meinen Zwerg. Mit vielen schönen Bildern von ihm. Sie kam gleich im ersten Jahrgang zur Welt, also 2006, ist jetzt schon einige Zeit her.

 

Wer die Seite schon gut studiert hat erkennt, dass es sich hier um einen SA Typ handelt. Die Mutterstute hierzu war eine sehr typvolle Stute und ist auf einigen Bildern zu sehen, aus einer bekannten Linie. Deshalb wollte ich sie auch unbedingt haben. Die Stute habe ich tragend gekauft. Als das Fohlen da stand wusste ich damals auch nicht was es darstellen soll, man wusste egtl auch noch nicht so viel zum Thema dazu. Bis auf die Thesen die ich unter der Rubrik „Vererbung“ als Irgglaube betitelt habe. Als das Fohlen wie gesagt dann da stand, kamen plötzlich Bemerkungen wie, ja das hat der Hengst schon öfter vererbt. Gut, dass das einem dann gesagt wird wenn es zu spät ist. Damals glaubte man auch noch daran, dass es nur vom Hengst kommt und nicht von der Stute. Jetzt wissen wir natürlich, dass beide Elterntiere ihren Beitrag geleistet haben. Später kam auch oft die Ausrede "das liegt an der Wurmkur". (..)

 

Daisy hatte Beinprobleme, wie man sehen kann. Unterarme zu kurz, im Gelenk falsch eingehängt. Die Vorderbeine nach vorne herausstehend, die Hinterbeine stark x-beinig, zu lang im Rücken. Sie hatte Glück, der Kopf war ok, Zähne ebenso, nur die Ohren waren etwas kurz geraten.

Abgesehen davon war sie ein glückliches Fohlen wie alle anderen auch, sie hat getobt, hat sich gefreut, hat gegrast – ein Fohlen eben mit Handicap.

 

Und hier mögen sich die Geister nun scheiden. Die einen lass sagen ein armes kleines Krüppelchen welches am besten eingeschläfert gehört und meist solche können auch nicht nachvollziehen, dass diese kleinen Kerlchen von ihren Besitzern geliebt werden, wie jedes andere Fohlen auch. Es gibt natürlich das krasse Gegenteil – es muss leben um jeden Preis. Ich vertrete weder erste noch letzte Meinung. Solange das Leben nicht mit Qualen verbunden ist hat jeder von uns ein Recht auf Leben. Das ist allerdings ein Grenzthema, worüber man sich streiten kann. Ich möchte auf jeden Fall trotz allem den ein oder anderen zum Nachdenken bringen. Bei uns Menschen gibt es auch Zwergenwuchs, es gibt auch Menschen mit Behinderung(en), die auch genetischen Ursprungs sind und die man im Endeffekt auch nicht haben müsste, wenn man wüsste, dass man dieses Gen trägt. So, wenn wir hier jetzt bei uns auch sagen würden, alle einschläfern, sind wir im dritten Reich. Ich hoffe Sie verstehen worauf ich hinaus will. Bei Tieren sei es so locker dahin gesagt, bei Menschen darf man das gar nicht mal denken. Wobei das vielleicht auch der Vorteil eines Tieres ist. So manche Minute habe ich schon darüber nachgedacht wie es einmal bei mir sein wird mit Sterben. Jeder von uns wünscht sich sicherlich einen schnellen schmerzlosen Tod. Was aber, wenn wir dahinsichen, krank sind, oder gar pflegebedürftig, bettlägerig, nichts mehr mitbekommen? Hier sind wir schwups beim Thema Sterbehilfe. Die einen sind dafür die anderen sind dagegen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Tiere hier einen Vorteil uns Menschen gegenüber haben, sie dürfen gehen – wir Menschen nicht. Leben um jeden Preis? Aber dafür gibt es zum Glück Ethikkommissionen und ich möchte Sie bitten mich nicht deshalb anzurufen und zu diskutieren, will ich nicht, man kann es so sehen oder eben so oder komplett anders. Aber ein bisschen Nachdenken sollte man darüber schon.

 

Respekt vorm Leben. Davor, während es lebt und danach. Egal wie schlimm die Bilder sind. Jedes Individuum ist liebenswert und verdient unseren Respekt.

 

Klein Daisy wurde nicht alt. Sie hatte drei glückliche Monate bei mir auf dem Hof und sie verstarb dann an einer Kolik. Das ging so schnell, wir konnten nichts mehr für sie tun. In diesem Fall konnte ich sie nur noch erlösen und gehen lassen. Vielleicht auch besser so, wer weiß, wie ihr Leben weiter verlaufen wäre.

 

Inzwischen bedaure ich, dass ich keine DNA mehr von ihr habe, weder von Mutter, von Vater noch vom Fohlen. Die Forschung hätte sich sicher gefreut.

 

Das war 2006... in den Anfängen meiner Zucht... unbedarft... als Pferdezüchter auch nicht wirklich mit dem Metier der Minis betraut...

 

Diese kleinen gehandicapten Ponys berühren einen auf eine ganz merkwürdige Art und Weise. Und ich vermute woher es kommt. Wir Menschen selbst verbinden mit Behinderung nichts positives, geben schnell auf und vielen fällt es schwer mit einer Behinderung zu leben. Es liegt allerdings in der Natur des Tieres, dass diese keine Behinderung in diesem Sinne kennen und damit ganz anders umgehen. Ich vermute, dass dies der Punkt ist, der jeden von uns berührt, sofern er so ein Tier einmal live gesehen hat.

 



RIP Kleines Zwergenmädchen (SA+ACAN Kombination?)

Jahr 2014

 

Man könnte meinen, dass ich mich ja auskenne... ;)

 

Nachdem ich für meine Stuten einige Hengste gecheckt habe fiel die Entscheidung, ich war mir ziemlich sicher, dass er Zwergenwuchsfrei ist und ich mir keine Zwergenmutation einhandeln werde.

 

1. kommt es anders...

2. als man denkt...

 

2014 Mai... eine meiner Stuten euterte zu früh auf... merkwürdig... und tatsächlich 2 Stunden später kam das Fohlen zur Welt, ein kleines Zwergenmädchen, ich war überrascht, um nicht zu sagen, dass ich aus den Latschen kippte! Die kleine hat noch ein paar Atemzüge genommen bevor sie über die Regenbogenbrücke ging. In Anbetracht der Deformationen vll das Beste was passieren konnte.

 

Dann ging die Action los... ich realisierte, dass ich ein Zwergenfohlen hatte!! Nicht, dass ich mich schämte, weil ich mich mit der Materie auskannte... nein, ich sah es plötzlich als ein "Geschenk", so blöd sich das jetzt anhört. Die Mutterstute war natürlich geknickt, aber ihr ging es gesundheitlich gut. Jeder andere hätte das Fohlen verschwinden lassen... was mache ich? Ich hetze zum Telefon und versuche meine Bekannte aus der Forschung zu erreichen, ich habe ein Zwergenfohlen!!! Wir müssen DNA isolieren, testen etc pp volles Programm! ;) Nach zig Telefonaten, hin und her, Adrenalin pur, hatten wir endlich eine Möglichkeit die DNA zu isolieren und zu verwahren. Um es abzukürzen, die DNA ist gesichert für weitere Forschungen. Und ich hoffe, dass der SA Typ, ich vermute, dass hier eine KOmbination mit einem D-Typ vorliegt, bald gefunden wird.

 

Sie sehen hier eindeutig einen SA Zwerg, die Unterarme sind deutlich verkürzt, hinten wie vorne. In Kombination mit einem starken Unterbiss. Das Fohlen und deren Eltern werden nun sobald ich die DNA von den Eltern noch beisammen habe ebenso auf alle bekannten Mutationen getestet. Ergebnis gebe ich dann bekannt.

 

Sie sehen... sicher kann man sich in dieser Hinsicht nie sein. Testen Sie Ihren Zuchtbestand, um zumindest bekannte Mutationen festzustellen. Sie können entsprechend anpaaren, um diese Mutationen wegzuzüchten und sie können natürlich vermeiden, Zwerge zu erhalten. Ich kann es Ihnen wirklich nur empfehlen.

 

Wie sagt man immer? "Hauptsache gesund" ... das Hoffen reicht dafür aber in mancher Hinsicht einfach nicht!



ACAN-Zwerg, Europa

Es freut mich immer wieder, wenn ich angeschrieben werde und mir Bilder und Geschichten zu Zwergen angeboten und erzählt werden.

 

Viele Besitzer möchten aber nicht genannt werden (verständlicherweise). Ich darf aber gerne die Erfahrungen in meinen Worten wieder geben.

 

Dieses ACAN-Fohlen links im Bild wurde im Norden Europas geboren - mir wurde berichtet, dass die Geburt ein stundenlanger Kampf um Leben und Tod der Mutterstute war. Das Fohlen konnte vom Tierarzt trotz der extrem verbogenen Beine geholt werden. Die Besitzerin berichtete mir, dass die Mutterstute zwei Tage nicht aufstehen und laufen konnte. Zudem zeigte sie mir Fotos der Stute auf der man sehen konnte, dass die Stute ihrer Meinung nach weinte.


Haben auch Sie Bilder und eine Geschichte zu einem Zwerg, die Sie gerne teilen möchten? Schreiben Sie mich an...

Kontakt:

Marleen Binder

zwergenwuchs@mail.de

RIP Daisy, 11.05.2006, Zwergenfohlen mit Skelettatavismus
RIP Daisy, 11.05.2006, Zwergenfohlen mit Skelettatavismus



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